Tunier in Münzenberg - 06.07.2014 bis 08.07.2014

Hier der -durchaus gewollt- persönliche Bericht von Fred Kirch vom Amboss Trier zum Turnier in Münzenberg!:

 

Freitag 6.7.2014 16:oo Uhr Autotür zu und ab Richtung Wetterau. In Zwei Stunden sind wir da, dann können Mike und Ich aufbauen. Welche infame Vorstellung! 4,5 Stunden später rollt unser Gespann dann endlich auf dem Areal der Burg Münzenberg ein. Tim Slobbe empfängt uns und weist uns per Lagerkarte und Walki-Talki den Weg. Wie immer gut organisiert die Münzenberger. So gefällt mir das! Die Überraschung dieses Jahr: statt der gewohnten Busladung Polen neben denen wir sonst lagerten, hat sich nur eine polnische Buhurtmannschaft (LAN) angekündigt. Und die sind noch nicht mal da. Dafür jedoch eine Menge anderer Leute. Brummige Berliner, mürrische Münsteraner, Boshafte Bajuwaren und natürlich personell am besten besetzt ,die knurrigen Kölner (Nein ich arbeite nicht für Bauer sucht Frau…). Auch steht den Turnierteilnehmern dieses Jahr eine eigene Wiese, direkt an der Straße und in unmittelbarer Nähe zum Kampfplatz zur Verfügung-Klasse Thomas! Großes Lob! Flugs das Lager aufgebaut, Feuerholz und Strohballen vor Ort-so gefällt mir das! Lampen und Aquamanile aufgebaut, schon ist es 23 Uhr und Mike und ich verbringen den Rest des Abends am großen Lagerfeuer mit Fleisch aus der Pfanne und Marille aus Eimern…

Am nächsten Morgen dämmert mir, dass es sich bei der netten Runde gestern Abend keinesfalls um kameradschaftliche Verbundenheit gehandelt haben kann, sondern ein ganz perfides Manöver der Dt. Schwert- und Rossfechter die Kampfkraft des Amboss empfindlich zu stören. Das Grinsen von Tom aus Aachen der mir vom Kölner Lager direkt neben uns zuwinkt, bestätigt mich in meinem Verdacht…Vormittags trudelt dann auch Julian ein, sodass mit 2/3 der Krich-Bruderschaft und Mike der Amboss zumindest zu dritt ist. Mal sehen wen wir zugeteilt bekommen für die Buhurtrunden, doch zunächst steht Samstags der Einzelkampf an. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Teilnehmerfeld unglaublich gewachsen. 36 Kämpfer haben sich angemeldet! Dafür kann sämtlichen Vereinen des dt. IMCF-Verbandes durchaus mal gratuliert werden, dass sich die beständige Präsenz im Nachwuchs niederzuschlagen beginnt. Lediglich Mike und Ich treten im Einzelkampf an und ich muss gestehen, es ist meine Disziplin nicht. Aber letztlich trägt die Teilnahme ja auch zur Atmosphäre bei, also Rüstung an und losmarschiert. Die Kämpfe an sich sind allein aufgrund der Temperaturen sehr erschöpfend, meine Motivation sinkt beständig, jedoch halten mich Mikes glänzende Laune und Julians beständiger Zuspruch davon ab einfach in den Schatten des Lagers zurückzukehren. Und wie sähe das auch aus? Der Kampf gegen Roman aus Bayern läuft ganz gut, auch wenn mein letztes Schwert-Schildtraining genau letztes Jahr Münzenberg war, konnte ich den Kampf knapp gewinnen. Für die nächsten beiden wechsle ich zum Langen Schwert, was auch recht passabel läuft (bis auf den polnischen Finger, sorry nochmal mein Freund! ). Mit 3 Siegen ziehe ich in die 2. Ausscheidungsrunde am Sonntag. Mike hat leider nicht ganz soviel Glück. Jedoch stellt der Kampf gegen seinen Bayerischen Rüstungszwilling für mich ein absolutes Unterhaltungshighlight dar. Ich kann mit Fug und Recht behaupten-beide angefeuert zu haben!  Ansonsten bietet der Tag Überraschungen und erwartete Ergebnisse. Einzig und allein die fehlende musikalische Untermalung trübt das ganze ein wenig, da die- ohne permanente Moderation nur wenig spannenden- Kämpfe das Publikum nicht so recht zu halten vermögen. Das mag aber auch den 35 Grad geschuldet sein. Am Abend merkt man allen Lagern die Strapazen der Marillennacht und es Tages an. Um 10 Uhr sind alle in ihren Bettchen verschwunden und auch Ich und der Amboss löscht seine Lichter. Gute Nacht!

 Der Sonntag beginnt mit einer schweren Entscheidung. Da wir nur zu dritt sind. Werde ich vom 1er zurückziehen um im Buhurt fitter zu sein. Zumindest putze ich mich heraus um vor meinen Gegnern wenigstens ordentlich zurückziehen zu können. Am Kampfplatz angekommen bin ich jedoch nur noch ein rausgestrichener Name auf der Liste und werde nicht zu den Kämpfen aufgerufen…Grummel. Das hätte die Turnierleitung schöner machen können…Die Kämpfe sind dennoch spannend und zeigen ein hohes Niveau, allerdings finde ich dass sich der Einzelkampf mit Schild und Schwert im VK erschreckend besonders hartem CB annähert, nicht nur von der Intensität, sondern auch die ein oder andere Waffe im Feld hatte mit historischen Vorbildern allenfalls noch das Material gemein und erschien doch reichlich sportoptimiert…doch genug davon! Nachmittags ging es in den Buhurt!

 Die Kämpferzuteilung war letzlich dann doch etwas verwirrend weil sich noch einige nachmeldeten, sodass von der ursprünglichen 4er Buhurtplanung wieder Abstand genommen wurde und klassische 5er Buhurte durchgeführt wurden, allerdings Kämpfer die schon unserem Team zugeteilt wurden, wieder in ein anderes kamen etc. etc. Nichts desto trotz nach der Orga Phase ging es auch schon los. Mit mehreren Buhurtneulingen verstärkt wagte der Amboss das Tänzchen. Die Bayern waren flink, zeigten schöne LäuferSpielzüge, wurden jedoch Verletzungsbedingt relativ schnell ausgeschaltet. Team LAN war routiniert und konzentriert, zeigte einige gute Spielzüge und bewies durchaus Nehmerqualitäten. Das Kombiteam Berlin-Münster hatte in meinen Augen öfters Absprachenprobleme. Aber Köln? Junge Junge beim Bleiberg war ich schon beeindruckt, hier zeigte sich aber nochmal ne Steigerung. Natürlich waren sie auch personell das stärkste Team, aber das regelmäßige Training war deutlich zu erkennen, Läuferspiele über die Bande wurden schnell geblockt, dem Gegner das eigene Spiel aufgezwungen. Bravo! Leider wurde unser Kampf von einigen Schiedsrichterunstimmigkeiten gestört, sodass der Kampf zwischen uns und Köln nach entnervenden 6 Runden zu einem Unentschieden wurde. Ansonsten konnten wir jedem Rookie wenigstens ein Buhurtmatch bieten, haben also fast vielmehr pädagogische Arbeit geleistet als uns um einen Turniersieg bemüht. Die Hitze verhinderte nach der Vorrunde weitere Aktivitäten, also zogen sich alle die Wunden leckend ins Lager zurück.

 Am Montag fanden nach dem Finale im Einzelkampf die Finalkämpfe statt zwischen LAn und Berlin/Münster um Paltz 3. Und dem Amboss und den Dt. Schwert- und Rossfechtern um Platz 1. Leider kam es aufgrund eines Sanitätereinsatzes auf dem Mittelaltermarkt zu Störungen im Betriebsablauf. Natürlich unvermeidbar. Jedoch hätte sich evtl. eine Alternative finden lassen können statt die bereits aufgerödelten Kämpfer 3,5 Stunden brutzeln zu lassen. Dennoch ging es irgendwann los und alle Kämpfer gaben noch einmal ihr bestes. Unsere Mannschaft war mittlerweile radikal zusammengeschrumpft ausser den drei Ambosskämpfern stand uns nur Buhurtneuling Carsten zur Seite. Zu dritt betraten wir die Arena gegen Köln. Die Dt. Schwert- und Rossfechter verzichteten auf einen schnellen und leichten Sieg und zogen zwei ihrer Kämpfer aus den Runden zurück. Chapeau!

 Nach harten uns spannenden Kämpfen ging es mit einem Sieg und einer Niederlage in der dritten Runde um die Wurst. Im Kampf zuvor war mein Visierriemen gerissen sodass ich ausschied und Mike, Carsten und Julian die Sache schaukeln mussten. Köln gab alles, wie der Amboss auch. Zu guter letzt legte Julian seinen Gegner und es stand 2 Trierer gegen einen Kölner. Den sicheren Sieg vor Augen feuerte ich aus Kräften an. Ein Stolperer Julians über einen am Bodenliegenden Kölner machte aus dem Sieg wieder eine mehr als spannende Angelegenheit, doch letzten Endes musste sichCarsten den Bärenkräften von Dennis aus Köln geschlagen geben. Köln gewinnt den Eagle-Cup von Münzenberg!!!

 Nach dem allgemeinen Freudentaumel und den gegenseitigen Glückwünschen gab es noch eine sehr schöne Siegerehrung mit einem wahren Medaillenregen und Schlussworten von Schiller (gelle Markus;) )

 Danach kannten wir kein Halten mehr und wollten nur noch heim und unter die Dusche. Nach dem Speed-Abbauen und halb komatöser Verabschiedung ging es müde doch glücklich nach Hause.

 Das Fazit: Nunja, was bleibt zu sagen? Münzenberg hat sich neben dem Rise oft he Knights als festes großes Sommerturnier etabliert, wie auch die vielen anwesenden Mannschaften bewiesen. Thomas, Tim und die Münzenberger im Allgemeinen haben wirklich tolle Orgaarbeit geleistet, von der Einweisung bis zu eisgekühltem Trinkwasser für die Kämpfer. Vielen Dank dafür! Die anderen Teams und ihre Kämpfe zu sehen war mehr als aufschlussreich, es tut sich was! Auch wenn optisch da noch einiges, einiges zu tun bleibt  Die Kämpfe gegen Köln waren mir eine ganz besondere Freude, selten so freundschaftliche und faire Kämpfe gehabt, bis hin zu der Warnung für ein Amboss-Mitglied, dass sich gleich eine Kölner Axt von Hinten anbahnt (Ein Hoch auf den Blumenritter!) Natürlich bleiben Fragen wie: „Hätte ich den Helm festtapen lassen sollen?“, damit ich UND Julian in der letzten Runde im Ring gestanden hätten oder „Hätte ich Julian lauter vor der Stolperfalle warnen sollen?“ oder auch „Wie viele Kölner Gliedmaßen hätten wir vom Platz aufsammeln müssen wenn Nicolas mit im Ring gestanden hätte?“ (Kleiner Scherz Jungs  ) Wir sind sehr zufrieden mit dem zweiten Platz nach der definitiv stärksten Mannschaft des Münzenberger Turniers, den Dt. Schwert- und Rossfechtern!

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